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Fabrikverkauf ist nichts Neues im Verkaufsmetier. Relativ jung ist jedoch der Aufschwung, den das Konzept seit wenigen Jahrzehnten europaweit erfährt. War der günstige Kauf von sogenannten „Ladenhütern“ bis in die 70er Jahre noch etwas, mit dem man sich nicht unbedingt brüstete und eher weniger gut betuchten Leuten vorbehalten, zeigt sich heutzutage eindeutig ein Trend in Richtung „weniger ist mehr“.

Was man sich unter einem Fabrikverkauf vorstellen darf, weshalb sogenannte Outlet-Center boomen und was diese Art des Kaufs sowohl für Hersteller als auch Kunden so attraktiv macht, damit beschäftigen wir uns auf dieser Seite.

Fabrikverkauf? Was ist denn das überhaupt?

Fabrikverkauf – auch häufig als Werksverkauf bezeichnet – ist heutzutage in aller Munde. Die wenigsten Menschen wissen jedoch, dass die Tradition dieser Art des Verkaufs auch in Deutschland bereits viele Jahrzehnte zurückreicht. Als Warenbeschaffungsmöglichkeit des „kleinen Mannes“ erfuhren Werksverkäufe jedoch lange Zeit ganz und gar keine positive Beachtung.

Das änderte sich schlagartig, als in den 80er und 90er Jahren das Konzept von Factory-Outlet-Shopping aus den USA in den europäischen Raum schwappte.

Fortan wurde diese Art des Warenbezugs en vogue und ein imposanter Kundenstock wuchs an. In Städten, Dörfern und Gemeinden entstand eine Vielzahl sogenannter Fabriksläden, oft in direkter Umgebung zur Produktionsstätte. Auch Zusammenschlüsse (sogenannte Outlet-Center) sind heute keinen Seltenheit mehr und erfahren Rundum-Vermarktung.

Trotz dieses Aufschwungs ist es vielen Menschen nicht ganz bewusst, was solch ein Fabrikverkauf nun eigentlich genau meint. So manch einer scheint sogar davon überzeugt, dass der Warenbezug bei Werksverkäufen nur bestimmten Personengruppen gestattet ist. Mit diesem Vorurteil gilt es aufzuräumen. Fabrikverkauf richtet sich nämlich tatsächlich an die breite Masse von Endabnehmern.

Beim Werksverkauf werden Handelsläden aller möglichen Warenbereiche direkt vom Hersteller ausgestattet und betrieben.

Dies geschieht entweder am Firmengelände selbst, am Rande von Städten und Gemeinden (günstigere Mieten) oder im Zusammenschluss mit anderen Fabrikverkauf-Läden innerhalb sogenannter Outlet-Center. Angeboten werden vorwiegend Markenwaren, die aus verschiedensten Gründen im gängigen Handel nicht (mehr) veräußert werden.

So kann die Ware beispielsweise kleinere Fabrikationsfehler aufweisen (B-Ware/2.Wahl-Ware) oder bereits aus dem Sortiment genommen worden sein (vergangene Saisonware).

Auch Überschussware wird im Fabrikverkauf gerne angeboten. Ebenso testen manche Hersteller auf diese Art neue Kollektions-Ideen auf ihre Markttauglichkeit. Gerade kleinere Hersteller nutzen den Werksverkauf auch dazu, um vergünstige Ware nicht direkt an den üblichen Verkaufsorten anbieten zu müssen, aus Angst, dass die regulären teureren Produkte dadurch weniger Absatz finden.

Im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass es bei Fabrikverkäufen zu immensen Kosteneinsparungen für die Hersteller kommt, da keine Zwischenhändler bezahlt werden müssen und ebenso hohe Transportkosten entfallen (vor allem, wenn der Verkauf direkt am Firmengelände stattfindet), ist es möglich, Waren zu einem vielfach günstigeren Preis anzubieten, als das im regulären Handel der Fall ist.

Reduktionen von bis zu 50% vom Ursprungspreis sind keine Seltenheit. In manchen Fällen sind sogar Schnäppchen von -70% zu ergattern.

Übrigens ist Fabrikverkauf als solcher rechtlich klar geregelt. So ist dieser Begriff nur dann zugelassen, wenn tatsächlich der Hersteller selbst vertreibt. Ebenfalls nur ihm ist es erlaubt, Werbung dafür zu machen. Klare Richtlinien gibt es auch, was die Warenmenge, die an den Endverbraucher abgegeben wird, betrifft. Es darf nur in haushaltsüblichen Mengen verkauft werden. Alles, was darüber liegt, legt sonst die Vermutung des Wiederverkaufs nahe. Und solch einer ist gesetzlich selbstverständlich nicht gestattet.

Fabrikverkauf = minderwertige Ware?

Nein, keinesfalls! Dies ist ein weitverbreitetes Vorurteil, wenn es um Werksverkauf geht. An dieser Stelle muss also aufgezeigt werden: Die Bezeichnung „B-Ware“ ist für manche Kunden tatsächlich irreführend, scheint sie im direkten Gegensatz zur „A-Ware“, die im regulären Handel maßgeblich angeboten wird.

Dabei sind jedoch nur Fabrikationsfehler und Mängel zu erwarten, die für die meisten Kunden gemeinhin keine weitere Bedeutung haben, ja, in vielen Fällen noch nicht einmal bemerkt werden. Meist handelt es sich um unbedeutende Abweichungen in Farbe, Gewicht, Form oder Material. Nichts also, das eine Auswirkung auf die Kundenzufriedenheit hat.

Was ist ein Outlet-Center?

„Outlet“ selbst stellt lediglich eine Anglifizierung des deutschen „Fabrikverkauf“ dar. Nachdem in Zusammenhang mit Werksverkäufen auf eine Trendwelle aus den USA aufgesprungen wurde, wird er im deutschsprachigem Raum dem Begriff „Fabrikverkauf“ häufig vorgezogen. Grundsätzlich meint aber beides dasselbe.

Bei einem Outlet-Center findet ein Zusammenschluss einzelner Outlet-Stores (Werkverkauf-Läden) statt. Der Betreiber des gesamten Centers wird extern gewonnen (die Outlet-Stores agieren also jeder für sich alleine). Hier ist es möglich, auf entsprechend großem Areal viele kaufwütige Menschen zu versorgen.

Nicht selten sind diese Outlet-Center wie richtige kleine Städtchen aufgemacht. Es finden sich auch Restaurants und Cafés vor Ort und das Gesamtpaket lädt zum Verweilen ein. Da für ein solches Areal natürlich Platz benötigt wird, liegen Outlet-Center eher selten zentral. Shuttleunternehmen sorgen jedoch dafür, dass ein ausreichender Zulauf garantiert ist.

Lohnt sich Outlet-Shopping?

Dadurch, dass die Hersteller ihre Waren stark vergünstigt anbieten können, ist der Einkauf qualitativ hochwertiger Produkte zu Schnäppchenpreisen möglich.

Gekauft werden darf, was gefällt! Eventuelle kleine Mängel und Fabrikationsfehler sind für die meisten Kunden kaum der Rede wert und nehmen keinen Einfluss auf die Qualität der Ware. Gerade, wenn mehrere Einkäufe in unterschiedlichen Produktsparten ins Haus stehen, kann sich die Fahrt in eines der großen Outlet-Center finanziell spürbar lohnen.

Aber Achtung: Der auf der Ware angegebene, durchgestrichene Preis entspricht nicht immer der Wahrheit und kann seitens des Herstellers viel zu hoch angesetzt sein. Daher beim Kauf darauf achten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und die Qualität gut ist.

Welchen Vorteil hat der Hersteller vom Fabrik-/Outlet-Verkauf?

Hier ist natürlich erst einmal zu nennen, dass der Hersteller die Möglichkeit hat, Waren zu veräußern (also Umsatz zu machen), die im regulären Fachhandel in der Form nicht (mehr) vertreibbar sind. Auch können so einzelne Produkte auf ihre Markttauglichkeit getestet werden, bevor sie in großen Stückanzahlen produziert werden.

Durch den Verzicht auf Zwischenhändler kommt es außerdem zu einer weiteren Ersparnis in Bezug auf die Gesamtkalkulation. In manchen Fällen fallen auch kaum Transportkosten an, da der Fabrikverkauf direkt am Produktionsgelände stattfindet bzw. in unmittelbarer Umgebung.